Aufstieg zum Cevedale
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Aktivitäten | Vinschgau

Ortlerumrundung mit Cevedalebesteigung

Level

Schwer

Dauer

45 h

Strecke

104,36 km

Max. Höhe

3 747 m

Aufstieg

7531 m

Abstieg

7520 m

Tag 1:

Start unserer Ortlerumrundung ist am höchstgelegenen Pass des Alpenraumes, nämlich dem Stilfserjoch. Diese atemberaubende Hochalpenstraße sollte sich keiner entgehen lassen. Sie ist erreichbar mit dem Auto oder auch per Bus.

Viele starten die Tour hier, weil sie entweder das Auto die Zeit der Umrundung bei der Tibethütte stehen lassen können oder fahren abends mit dem letzten Bus auf das Stilfserjoch übernachten in der Tibethütte und starten morgens darauf zeitig auf die Tour.

Der Start ist schon mal ungewöhnlich. Man startet in der Höhe unterhalb dem Gletscherskigebiet und sieht in der Ferne schon den König der Dreitausender Südtirols, den Ortler. Dieser Gipfel ist nicht unser Ziel, sondern dessen Umrundung.

Wir starten am "Joch" wie die Einheimischen das Stilfserjoch liebevoll nennen und wandern abwärts den Weg nr. 13 folgend Richtung Franzenshöhe. An verschiedenen Schautafeln lernen wir etwas über die erbitterte Ortlerfront, welche im 1. Weltkrieg hier gewütet hat und auch etliches über das Gestein und Gletscherleben. Am Rande des Gletschers finden wir seltene Pionierpflanzen, welche das karge Leben am Limit zwischen Eis und Schnee und kurzen Vegetationszeiten suchen. Der aufmerksame Wanderer findet hier etliche dieser Pionierblumen. Das Gasthaus Franzenshöhe ist bald erreicht und wir gehen den Weg nr. 14 als Gletscherweg genannt in die Moränenhalden und stapfen durch tonnen von Geröllmaterial, welches die Gletscher damals abgelagert haben. Es gab zwar früher einen 3 Fernerweg, welcher uns direkt zur Berglhütte geführt hätte, dieser ist aber geschlossen, aufgrund von Vermurungen und Steinschlaggefahr, sodass wir den Weg hinunter zu den Wasserfällen der 3 Brunnen hinabsteigen. Das Getöse ist schon von weitem zu hören und die Wassermassen der hier mündenden Gletscher füllen diese mit viel Schmelzwasser. An diesem Wallfahrtsort verweilen wir kurz und lassen den Ort auf uns wirken. Besuchen die Kirche und beten dort auf eine sichere Tour und dann ist es fertig mit dem langen Abstieg. Jetzt geht es aufwärts und dies zügig. Wir nehemen den Weg nr. 15 und steigen den Lärchenwald aufwärts zur Berglhütte, welche wir in knapp 1.5 Stunden erreicht haben. Eine kurze Rast zum trinken planen wir ein, weil wir müssen noch höher steigen. Wir sehen rechts die Gletscherwände des Ortlers und gehen hinauf zum Tabarettagrat und der Tabarettascharte. Hier angelangt, machen wir einen kurzen Abstecher zur bekannten Julius Payerhütte, welche der meiste Ausgangspunkt der Ortlerbesteigungen ist. Hier angekommen ist schon reges Treiben. Viele kommen Nachmittags an um hier zu übernachten und früh morgens den Gipfelsturm zu starten. Der Gipflesturm des Ortlers ist diesmal aber nicht unser Ziel. Wir gehen zurück zur Tabarettascharte und steigen ab zur ruhigeren Tabarettahütte. Hier erwartet uns unser reichhaltiges Abendessen, welches der Hüttenwirt selbst zaubert, bevor wir müde ins Stockbett fallen.

Tag 2:

Der zweite Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück und Start von der Tabarettahütte hinab zur Langensteinhütte den Weg 4 a folgend, wo wir in einer Stunde dort sind. Bei der Langensteinhütte begehen wir den Morosiniweg Steig nr. 3 weiter zur Hintergrathütte, welche wir nach weiteren 90 Minuten erreichen. Diese Hütte ist der Ausgangspunkt für die besseren Ortlerbesteiger, welche den Weg auf den Hintergrat schaffen, haben all unsere Hochachtung für ihre alpine Leistung. Hier startet der Gletscherweg welcher unterhalb des Ortlers und der mächtigen Königspitze durchgeht. Oben lachen die Gletschermassen und unten versteckt sich der Gletscher unter viel Gestein und Geröll, was hier dauern herunterrutscht. Wir brauchen keine Angst zu haben, auch wenn die Urzeiteisgebilde bedrohlich von oben grüßen. Der Weg ist gut begehbar, aber mit viel Gestein gesäht. Wir wandern durch Moränengräben, Gletscherbächlein und Gesteinsplatten weiter. Die Markierungen sind hier meist mit Stangen sichtbar und die Orientierung ist oft nicht so leicht. Bei guter Sicht kein Problem, bei Nebel, wird die Sache schon abenteuerlich. Nach weiteren 2,5 Stunden erreichen wir dann die Schaubachhütte und steigen den Weg nr. 151 hinauf zur Madritschhütte und dem Madritschjoch hinauf, was heute unserer höchster Punkt ist. Nun folgen wir dem Weg nr. 151 das Madritschtal hinunter bis zur viel besuchten Zufallhütte. Unser Endziel heute ist aber die Martellerhütte, welche wir in 90 Minuten erschöpft erreichen. Von der Zufallhütte gehen wir zuerst den Weg nr. 150 hinauf bis wir links bei dem Steindamm den Weg nr. 103 nehmen und unsere letzten Reserven für heute aufbringen hinauf zu kommen. Hier angekommen haben wir einen guten Blick auf unser morgiges Tagesziel dem Zufallgletscher mit der gleichnamigen Spitze. Nach der abendlichen Stärkung gehen wir alsbald in unser Bettenlager um dann fit für unsere morgige Königsetappe zu sein.

Tag 3:

Start zur Königsetappe. Gleich früh morgens nach dem üppigen Frühstück starten wir im Tagesanbruch hinunter zum nahegelegenen See neben der Martellerhütte. Wir stapfen den Weg 103 weiter bis wir alsbald zur Gletscherzunge gelangen. Anfangs haben wir noch Sonnenschein, aber der Wetterbericht sagt uns, dass Nebel aufzieht und die Orientierung auf dem Gletscher schwieriger wird. Wir sind an der Gletscherzunge des Fürkeleferners angekommen und ziehen die Steigeisen an. Ein komisches Gefühl, aber ohne, wäre diese Tour nicht machbar. Das blanke Eis wird mit unzähligen Steinen übersäht und man hört hie und da schon mal einige Steine die herunterkullern. Es dauert nicht lange bis wir zu den ersten Spalten kommen. Ohne einen Bergführer oder gletschererfahrenen Bergsteiger, welcher diesen Berg schon einmal gemacht hat, ist diese Etappe nicht ratsam. Wir kommen stetig aufwärts und der Nebel ist nun unser Begleiter. Alles ist Weiß in Weiß und es wird schwieriger. Wir wollten anfangs den Weg links zur Fürkelescharte nehmen und dann dort den Grat weiter zur Zufallspitze nehmen. Diesen haben wir aber übersehen und sind schon viel zu weit oben und entscheiden uns den Weg über den Gletscher weiter zu gehen. Die Spalten werden immer mehr und nun ist ein Spaltenfeld, welches uns zwingt eine kurze Kletterspassage mit den Steigeisen zu wagen. Diese überwunden geht es den Gletscher vorsichtig weiter bis wir an einen Sattel unter der Zufallspitze ankommen. Der letzte Aufstieg zum Gipfel des 3757 m hohen Zufallspitze kratzt an unserer Kondition. Der Blick von hier aus wäre toll, wenn uns nicht der Nebel einen Strich durch die Rechnung machen würde. Wir verweilen nicht lange, weil der Tag noch lang ist und die Wettervorhersagen unsicher. Somit geht es wieder den Weg kurz zurück und nehmen den nächsten Gipfel ins Visier. Der höchste Punkt unserer Tour der Cevedale. Wieder werden die Steigeisen angelegt und es geht einen sehr schmalen Schneegrat entlang. Schwindelfreiheit und Angst sollte man hier keine haben, denn sollte jemand auf eine Seite stürzen, müsste der letzte in der Seilschaft die andere Seite hinunterspringen um nicht zu riskieren, dass wir alle abstürzen. Das jagt uns den nötigen Respekt ein. Diese Stelle überwunden, geht es vorbei an einer alten Geschützstellung des Weltkrieges, welche total verfallen ist. Man fragt sich, was haben die Leute hier heroben in dieser widrigen Gegend verloren. Nun erreichen wir auch den Gipfel. Ein kurzes Gipfelfoto im Nebel mehr ist nicht drinnen. Schade. Wie gehen wieder zurück bis zum Eisgrat und gehen dann den Zufallferner abwärts. Auch hier ist Abrutschen verboten. Auch der Einstieg ist im Nebel nicht leicht zu finden aber unser Bergführer kennt sich aus und bringt uns auch sicher übe diese Stelle. Nun geht es zügig den Gletscher abwärts. Gletscherspalten sind auch hier zu genüge unsere Begleiter. Auf der rechten Seite könnte man zu den 3 Kanonen gehen. Diese sparen wir uns aber heute, weil der Weg noch weit ist. Eine Rast in der Casattihütte ist noch drinnen. Wer den Cevedale nicht machen möchte, kann bei dieser Etappe den Weg nr. 150 von der Martellerhütte wählen und über das Eisseejoch zur Casattihütte gelangen. Dieser Weg ist einfacher aber Steigeisen und Sicherungsseil ist auch mit zu nehmen, obwohl wir schon manche Leute gesehen haben, die diesen Gletscherteil ohne gemacht haben. Was aber ab zu raten ist, weil gefährlich. Nun verlassen wir Südtirol und schlendern zur Pizzinihütte hinunter. Eigentlich hätten wir jetzt schon genug, aber unsere Tour geht heute noch weiter. Hinauf zum Passo Zebru in sengender Hitze verlangt von uns die letzten Reserven. Ober uns die mächtige Königsspitze lässt uns den nötigen Respekt einflösen. Nun geht es in das Zebrutal, welches verlassen vor uns steht. Eine Ruhe herrscht und es überrascht uns auf einmal ein junger Steinbock. Wir schleichen uns an um ein gutes Foto zu erhaschen. Gleich startet das Tier den Berg hinunter. Nicht weit weg, sehen wir einen noch prächtigeren Steinbock, welcher sich von uns nicht viel drausbringen lässt. Nicht weit weg, dann 4-5 weitere Steinböcke tummeln sich dem Weg entlang und wir kommen ohne dass die Tiere scheuen bis auf 3-4 Meter heran. Die Könige der Berge sind unser zweites Highlight dieses Tages. Wir wären gerne länger geblieben, aber wir haben noch ein paar Stunden Weg vor uns und wir müssen rechtzeitig auf der V. Alpinihütte ankommen. Der letzte Teil bis zur Schutzhütte zehrt an unseren Reserven und dieser Aufstieg ist echt eine Plage, weil der Schotterweg auch unfein ist. Wir sind die letzten auf der Hütte und beziehen unser Stockbett. Das Abendessen ist deftig, aber brauchen wir heute auch die Knoblauchsuppe gibt uns wieder Kraft, wie das erfrischende Bier, bevor wir erschöpft ins Bett fallen.

Tag 4:

Nach der Königsetappe von gestern, starten wir auf eine lange Tour aber die Etappe hat viele Kilometer und nicht so viele Höhenmeter. Nach einem gutem Frühstück geht es das Zebrutal abwärts. Anfangs steil und sehr rutschig bis zur Baita del Pastore welche wir in 90 Min. erreichen. Das Zebrutal ist ein sehr langezogenes Tal welches sich etliche Kilometer zieht. Vorbei am Rifugio Campo hinaus bis wir nach Miblogo kommen. Hier zieht ein Wetter auf und wir entscheiden uns die Mittagsrast im dortigen Gasthaus ein zu nehmen hier gibt es typische Kost aus der Valtellina. Ein Wetter brint unsere Pläne durcheinander. Wir planten über Plazzola nach Bormio zu wandern. Aufgrund unseres Wetterintermezzos nehmen wir den Bus und fahren nach Bormio und steigen dort nach dem Wetteraus wieder in die Tour ein in Premadio wo wir die Valle di Fraele hinauf zum Lago di Cancano kommen. Wer diesen Aufstieg nicht schafft, kann auch mit einem Bus von Bormio zum Lago di Cancano fahren. Dieser Stausee ist zweigeteilt. Das viele Wasser in diesem Tal speißt gleich zwei Stauseen. Auch diese Etappe ist geschafft und wir übernachten im Ristoro monte scale gleich am See.

Tag 5:

Nach einer ruhigen Nacht in einem Zimmer und nicht in einem Schlafsaal geht es vom Ristoro Monte Scale zum Staudamm und von hier in das Val Forcola. Dieses einsame Tal ist oft besucht von Radtrekkingtouristen. Wir steigen stetig aufwärts zur Malga Forcola und Baita di Forcola. Dass wir im Grenzgebiet sind sehen wir an der verfallenen Militärhütte. Diese besuchen wir mit der nötigen Vorsicht, weil die Balken morsch sind und alles eher einsturzgefährdet. Wir lassen die Ruine hinter uns und bewegen uns stetig aufwärts zur Bocchetta di Forcola. Hier geht es dem Grat entlang bis zum Piz Rims und weiter zum höchsten Punkt unserer heutigen Tour dem Piz Umbrail. Diese Grenztour hat viel geschichtliches in sich und div. Schautafeln bezeugen, von einer Zeit wo hier viel geschmuggelt wurde und die Grenzer viel zu tun hatten. Heute ist dies alles vergessen und sogar die Grenzhütte am Umbrailpass ist geschlossen. Am Piz Umbreil angekommen nehmen wir einen ausgewaschenen Steig hinunter. Die Markierungen sind oft schwer zu finden und auch die Seile und Stufen sind sehr dürftig, sodass man beim Abstieg sehr vorsichtig sein soll und sich auch nicht verirren sollte. Endlich sind wir am Umbrailpass angekommen, welcher ganz verlassen ist und der letzte Aufstieg auf das Stilfserjoch gibt uns noch den Rest, aber wir machen kein Autostop sondern ziehen gemächlich hinauf aufden höchsten Alpenpass. Hier angelangt, geht es noch zur Tibethütte wo unser Auto schon auf uns wartet und wir in der Hütte noch eine gute Flasche Wein bestellen und unsere Erinnerungen revue passieren.

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