Kein Ufo sondern das Rauhjoch Biwak
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Aktivitäten | Meran & Umgebung - Vinschgau

Durch das Herz der Texelgruppe zum Alpenrosensteig

Level

Schwer

Dauer

44 h 49 min

Strecke

108,23 km

Max. Höhe

3 465 m

Aufstieg

8193 m

Abstieg

9697 m

Mehrtageswanderungen werden immer beliebter.

Wer sich für eine solche Tour entscheidet, sollte eine gute Kondition und einen guten Wanderpartner haben sowie berggeübt und trittsicher sein.

Wir entscheiden uns für eine sehr interessante Tour. Wir queren das Herz der Texelgruppe, wechseln das Tal und nehmen den Almenrosenweg zum Abschluss.

Start unserer Tour ist oberhalb des Gasthofs Hochfirst auf der Straße zum Timmelsjoch. Wir schlendern Richtung Seeberalm und queren links den Gletscherbach in das hintere Seebertal, hinauf auf das 2661 m hoch gelegene Grubjoch. Hier halten wir uns rechts und steigen wiederum aufwärts zum Rauhjoch. Wir wandern einen Teil des Tiroler Höhenwegs weiter bis wir zum Raujoch-Biwak kommen. Es scheint als ob ein Ufo hier gelandet wäre. Ein Wetter naht, und wir finden Schutz in dieser 6-eckigen Aluschachtel mit einer Glaskuppel. Das Wetter wütet mit Sturmböhen, Schauer und krachenden Blitzen. Das Naturschauspiel ist bald vorüber, und wir können die Gegend rund um unsere "Mondbasis" erkunden. Das Klo ist einzigartig aus Steinen und einem Drahtgeflecht. Wer dort sein "Geschäft" erledigt, muß sehr gelenkig sein, hat aber einen einzigartigen Blick auf den in der Ferne liegenden Tschigot. Wir suchen noch die nahe gelegene Quelle auf, um unsere Wasservorräte zu füllen und gehen schlafen. Der erste Tag war mit 5 Stunden Gehzeit eine ideale Einstiegstour. Ca. 13 km war sie lang, 1200 m im Aufstieg und 460 m im Abstieg.

2. Tag

Die Nacht im Biwak war gemütlich, und wir genießen den Sonnenaufgang. In der Ferne sehen wir schon unser Tagesziel: die Stettinerhütte. Bis wir dort ankommen, erwarten uns weitere 6,5 Stunden Gehzeit, 14 km lang ist die Tour, 1200 m Aufstieg und 1050 m Abstieg. Das Biwak befindet sich zwar auf 2700 m und die Stettinerhütte ca. 150 m höher, aber es ist ein dauerndes Auf und Ab bei dieser Tour. Anfangs geht es vom Biwak abwärts, bis wir dann wieder stetig aufwärts zur Zwickauerhütte gelangen. Meine Erinnerungen mit meinem Vater waren jene, dass wir damals noch über einen Gletscher gehen mussten, um die fast 3.000 m hohe Hütte zu erreichen. Jetzt ist hier nur noch ein Geröllfeld übrig geblieben. Hinter der Hütte glänzt noch der Planferner heraus. Wie lange wird es dauern, bis auch dieser verschwunden ist? Neben der Hütte geht der Klettersteig hinauf auf den nahe gelegenen Seelenkogel. Für diesen Aufstieg sollte man mind. eine Stunde einrechnen. Wir stärken uns auf der Hütte und gehen dann wieder ca. 600 m abwärts, um dann den langwierigen Aufstieg auf die Stettinerhütte zu wagen. Die Sonne folgt uns den ganzen Tag, und die linke Gesichtshälfte ist schon rot gefärbt. Guter Sonnenschutz und auch mehrfaches Auftragen während der Wanderung empfiehlt sich in dieser Höhe. Endlich kommen wir auf der Stettinerhütte an. Diese Hütte wurde im Winter von einer Windhose und Lawine teilweise zerstört, ein Neubau ist geplant. Bis dieser fertig ist, kann in Zelten übernachtet werden. Die Hüttenwirte lassen sich aber nicht entmutigen und machen das Beste aus dieser Notsituation. Wir haben noch das letzte Zimmer ergattert, das übrig war, und fallen todmüde ins Bett.

3. Tag

Gutes und sicheres Wetter ist angesagt, und das sind die idealen Voraussetzungen für unsere nächste Etappe. Wir verabschieden uns von der Stettinerhütte und wünschen den Hüttenwarten, dass sie nächstes Jahr schon eine neue Hütte haben. Es geht kurz abwärts zum Gratsee und dann hinauf zur Schafschneide. Von hier dann steil abwärts zur Andelsalm, wo wir dann rechts den Andelsboden hinauf zum Halsljoch wandern. Zwischendurch treffen wir Murmeltiere, Gämsen, und auch junge Steinböcke schauen uns unglaubwürdig zu, wie wir aufwärts schwitzen. Nun geht es kletternd weiter hinauf zum 2.998 m hohen Tschigot. Diese Spitze sollte der höchstr Punkt unserer Tour sein, und der Blick ins Etschtal bis weit in die Dolomiten, Brenta und Ortlergebiet ist überwältigend. Auch der Abstieg ist nicht ohne. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier gefragt. Nun geht es zum Milchsee, wo wir kurzerhand eintauchen und uns abkühlen. Weiter hinunter zum Langsee und am tiefen Grünsee vorbei, geht es einen Steinweg hinunter zum Oberkaser. Dort angekommen stärken wir uns und gehen nach 5,5 Stunden Gehzeit, 870 m Aufstieg und 1600 m Abstieg nach ca. 13 km langen Wander- und Kletterweg in das Lager.

4. Tag

Ein Hubschrauber weckt uns in der Früh. Hier auf der Oberkaseralm führt kein Weg herauf und alles muss per Hubschrauber herauf geflogen werden. Wir gehen nun wieder den Weg zum Grünsee und Langsee hinauf, lassen diesmal den Tschigot rechts liegen und kommen zur Hochgangscharte, wo es steil abwärts zum Hochganghaus geht. Die Einkehr zur Erlacher Annelies ist eine Pflicht, bevor wir den Franz-Huber-Steig weiter hinaufsteigen. Dieser Steig ist auch ausgesetzt und nur für Schwindelfreie zu empfehlen. Der Weg ist z.T. durch Lawinen und Murenabgänge beschädigt, aber man kommt gut weiter. Wir steigen hinauf zur Sattelspitze um von dort den Franz-Huber-Steig weiter bis zur Lodnerhütte zu gehen. Ein aufziehendes Gewitter zwingt uns aber, unsere Pläne zu ändern, und wir steigen ab zur Tablander Alm, wo wir Schutz finden, bevor wir weiter gehen zu unserer nächsten Übernachtung in der Nassereith-Hütte. Diese erreichen wir nach 15 km und 6,5 Stunden Gehzeit, nachdem wir 950 m im Aufstieg und 1.550 m im Abstieg hinter uns haben. Diese Hütte ist die Luxushütte auf unserer Tour. Wir schätzen die warme Dusche und die weichen Betten nach einem üppigen Abendmahl.

5. Tag

Wir verabschieden uns nach 4 Tagen von der Texelgruppe und wandern ca. 1 Stunde bis zur Bergstation Gigglberg. Von dort geht es die Seilbahn hinunter nach Partschins und von hier dann bis zum Bahnhof Rabland, wo die Seilbahn Aschbach auf uns wartet. Nach wenigen Minuten sind wir wieder auf dem Berg und wandern von Aschbach weiter den Almrosenweg zuerst zur Naturnser Alm, weiter zur Zetnalm, vorbei an der Mauslochalm, wo es eine Mittagsstärkung gibt, bevor wir weiter zur Tablander Alm und Altalm gelangen. Hier steigen wir zum Bärenloch aufwärts, bis wir nach 21 km, 8 Stunden, 1400 m Aufstieg und 750 m Abstieg die Zirmtalalm mit dem gleichnamigen See erreichen. Rucksack abgestellt und Kleider weg und eine Abkühlung in einem der schönsten Bergseen, ist ein Muss für uns. Max, der Hüttenwart, zaubert ein köstliches Abendessen. Danach wird noch gewattet, bis wir müde ins Bettenlager fallen.

6. Tag

Wir werden vom Papagei von Max geweckt, bevor wir die Zirmtalalm verlassen, hinauf zu den Plombodenseen steigen und ins Ultental gelangen. Hier geht es abwärts, vorbei an den 3 Seen zur inneren Falkomai Alm und hinauf zur äußeren Falkomai-Alm. Der Almrosenweg zieht sich hier in die Länge. Ein stetes Auf und Ab dem schönen Weg entlang bis zum Rauhen Bühel. Die Gabich hinunter Richtung Bärenbadalm, wo wir schon das idyllische Jocher Kirchl in der Ferne sehen. Nach einer Stärkung auf der Bärenbadalm geht es in den Endspurt hinunter nach Pawigl. Hier steigen wir in das Pawigler Bahnl und fahren hinunter ins Tal. Von dort wieder zur Fuß den Aichbergweg hinunter nach Lana. Auch dieser Tag hatte es in sich: 24 km und 8,5 Stunden Gehzei, weitere 700 m Aufstieg und 1900 m Abstieg lassen diesen Tag abschließen.

Hinter uns liegen insgesamt 100 km, fast 40 Stunden reine Gehzeit, ca. 6300 Höhenmeter im  Aufstieg und 7300 Höhenmeter im Abstieg

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